Sonntag, 16. Februar 2020, 18.00 Uhr, Ratssaal Halberstadt

Per Arne Glorvigen, Bandoneon

programm

Astor Piazolla (1921-1992), Pedro y Pedro

Johann Sebastian Bach (1685-1750), Drei Choräle

                                                             1. Das neugeborne Kindelein

                                                             2. Vater unser im Himmelreich

                                                             3. Puer nattes est in Betlehem

   Drei alte Tangos

Eduardo Arolas (1892-1924), El Marne

Juan Carlos Cobián (1896-1953), Mi Refugio

Julio de Caro (1899-1977), La Rayuela

Astor Piazolla, Improvisation über Tristes de un AA

Edvard Grieg (1843-1907), Als den lyrischen Stücken

                                                             An der Wiege op. 68 Nr. 5

                                                             Walzer op. 12 Nr. 2

                                                             Dank op. 62 Nr. 2

                                                             Norsk op. 12 Nr. 6 (Norwegisch)

 

Pause

 

Augustin Bardi (1884-1941), Nunca Tuvo Novio

G. Matos Rodriguez (1897-1948), La Cumparsita

Sverre Indris Joner (1963*), Lejania

   Drei „De Caro”-Tangos

Julio de Caro (1899-1977), Boedo

Fancisco de Caro (1898-1976), Flores Negras

Astor Piazolla, De Carissimo (Hommage á De Caro)

Mauricio Kagel (1931-2008), Pandoras Box

Per Arne Glorvigen
Per Arne Glorvigen

zu dem Musiker

Per Arne Glorvigen, aufgewachsen in den Bergen von Dovre (wo Ibsens und Griegs Peer Gynt den Bergkönig trifft), zählt heute zu den erfolg-reichsten Bandoneon-Spielern. Seit seinem 13. Lebensjahr spielte er Gitarre und Akkordeon und studierte von 1983 bis 1987 an der Staatlichen Norwegischen Musikhochschule in Oslo. Danach ging er nach Paris, um bei Richard Galliano Akkordeon zu studieren und in der U-Bahn mit Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen. 1988 traf er den argentinischen Bandoneon-Meister Juan José Mosalini und begann sich für dieses Instrument, das untrennbar mit dem argentinischen Tango verbunden ist, zu interessieren. Intuitiv entschloss er sich schließlich, vom Akkordeon zum Bandoneon zu wechseln. Er selbst meinte dazu: „Die beiden Instrumente mögen vielleicht ähnlich aussehen, sind jedoch so verschieden wie Querflöte und Tuba.” 

Drei Jahre lang studierte Glorvigen bei Mosalini in Paris. Nach mehreren Reisen nach Buenos Aires und Treffen mit Tangolegenden wie Astor Piazzolla, Horacio Salgán, Osvaldo Pugliese und Horacio Ferrer begann Per Arne Glorvigen seine Karriere als professioneller Bandoneon-Spieler. Dabei erweiterte er das klassische Repertoire für sein Instrument durch Werke des Barock sowie durch Klezmer, Popmusik und und vor allem zeitgenössiche Musik. Junge Komponisten wie Willem Jeths (Niederlande), Bernd Franke (Deutschland), Luis Naon (Frankreich/Argentinien) und Henrik Hellstenius (Norwegen) widmeten ihm Konzerte für Bandoneon und Orchester. Die Uraufführungen dieser Werke fanden im Concertgebouw Amsterdam, dem Gewandhaus Leipzig, bei Radio France und mit dem Philharmonischen Orchester in Oslo statt. 

Im Mai 2003 war er mit dem Alban Berg Quartett auf Tournee und brachte „Adieu, Satie” für Bandoneon und Streichquartett von dem Österreicher Kurt Schwertsik zur Uraufführung. 2006, 2007 und 2015 wurde ihm die musikalische Leitung der erfolgreichen Produktion von Astor Piazzollas Tango-Oper „Maria de Buenos Aires” an der Komischen Oper Berlin übertragen. Weitere Kammermusikpartner von Glorvigen waren unter anderem Giora Feidman, der Gitarrist Göran Söllscher, das Leipziger Streichquartett, das Apollon Musagete Quartett, das Delian Quartett und das Ensemble Tango for 3. Als Solist konzertierte er mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem NDR-Orchester Hamburg, dem BBC Symphony Orchestra, dem Orchestra Guiseppe Verdi Mailand, den Solisten des Orchestre de Paris, dem Russischen Nationalorchester, der Sächsischen Staatskapelle Dresden sowie allen bedeutenden skandinavischen Sinfonieorchestern. 

Sein wichtigster Partner war lange der Geiger Gidon Kremer, mit dem er weltweit nahezu 100 Konzerte gegeben und vier CDs eingespielt hat. Heute sind die Mitglieder des P. A. Glorvigen Trios seine wichtigesten Partner: Daniela Braun (Geige) und Arnulf Ballhorn (Kontrabass). Glorvigen ist, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Sänger Bjørn Sigurd, künstlischer Leiter des Festivals Dovrejul in seinem Heimatort Dovre. Glorvigen lebt in Paris und hat dort Komposition bei Eric Tanguy und Instrumentation bei Guillaume Connesson studiert. Er führt seine eigenen Kompositionen in ganz Europa auf. Jesko Schulze-Reimpell schreibt im „Donaukurier”  über  Glorvigens Stück 'Violent Tenderness': „Ein Werk, das so intensiv, so überschwänglich, so  überbordend traurig ist wie die Tangos von Piazzolla. Und doch viel moderner, in seiner Melodik reduzierter, in der Harmonik kühner. Eine fantastische Musik, grandios von den fünf Musikern gestaltet. Sicher der Höhepunkt des Abends”. Glorvigen spielte Aufnahmen für zahlreiche renommierte Labels ein, darunter die Deutsche Grammophon, Teldec, Sony Classical, EMI Classics, Nonesuch und Simax.