Ein halbes Jahrhundert „Stunde der Musik“

Volksstimme Halberstadt vom 28.12.2018

Halberstädter Kammermusikverein bittet für den 6. Januar zum Jubiläumskonzert in den Ratssaal Halberstadts.

 

Genau vor 50 Jahren, am 6. Januar 1969, fand das erste Konzert der „Stunde der Musik“ in der Halberstädter Dompropstei statt. So ist es selbstverständlich, dass der Kammermusikverein nach 50 Jahren am 6. Januar zu einem Jubiläumskonzert einlädt, sagt Vereinsvorsitzender Hartmut Wettges. Für alle Mitglieder und Konzertbesucher gibt es um 17.30 Uhr im Halberstädter Ratssaal einen kleinen Sektempfang.

Es war alles andere als selbstverständlich, dass der Kammermusikverein nach seiner Gründung dieses Jubiläum erreicht. In den Zeiten der Wende ist es nur infolge der Unterstützung der vielen Sponsoren und Spenden der eigenen Mitglieder gelungen, den Verein am Leben zu erhalten. Inzwischen bestätigt sich die Tatsache, dass der Verein in seiner Grundsubstanz gesichert werden konnte, weil einerseits die Qualität der Konzerte stimmte und infolgedessen die Zahl der Mitglieder zunahm. So haben die Konzerte mit den Solisten der Berliner Philharmoniker für großen Zulauf gesorgt. Auch deshalb hat der Verein für sein zweites Jubiläumskonzert am 24. Februar den ersten Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, Noah Bendix-Balglex, verpflichtet, der einen Tag vorher aus Paris einfliegt und dessen Konzert im Ratssaal für eine CD-Produktion mitgeschnitten wird. Er wird am Flügel von dem französischen Pianisten Yannick Rafalimanana begleitet. Es erklingen Werke von Schubert, Beethoven, Brahms, de Falla und Ravel. Inzwischen ist auch der Steinway-Flügel nach intensiven Rekonstruktionsarbeiten soweit, das er diesem Zweck standhält.

Zurück zum ersten Jubiläumskonzert. Es musiziert das Gewandhaus-Quartett unter seinem Primarius Frank-Michael Erben. „Gemeinsam mit dem Pianisten Peter Rösel spielen sie das wunderbare Klavierquintett in Es-Dur von Robert Schumann“, sagt Wettges. Das Quartett und Peter Rösel sind zwei internationale Größen. Die einen, die auf eine über 200 Jahre währende Geschichte zurückblicken können und der andere, der in über 200 Konzerten mit dem Gewandhausorchester unter Kurt Masur alle Kontinente bereiste.

Das dritte Jubiläumskonzert findet am 17. März mit dem inzwischen auf internationalem Parkett spielenden ungarischen Cellisten István Várdai statt, der mehrere hochrangige Wettbewerbe gewann. Várdai ließ bereits 2016 im Ratssaal aufhorchen, sodass alles getan wurde, eines der Jubiläumskonzerte mit ihm zu besetzen. Inzwischen mit einem Stradivari-Cello eines deutschen Sponsors ausgezeichnet, sowie Professor an der Wiener Musikakademie, spielt er mit der russischen Pianistin Zarina Shimanskaya seinen Kammermusikabend in Halberstadt. Und nicht nur das: In Kooperation mit dem Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters spielt Várdai an den zwei Sinfoniekonzert-Abenden zuvor das Cellokonzert von Robert Schumann. Schumann/Stradivari/Várdai – auch das wird garantiert ein Musikfest.

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